Cannabis Privatrezept online bekommen Deutschland: 6 Anbieter und ihre Beratungsabläufe

Wer in Deutschland ein Cannabis Privatrezept online bekommen möchte, startet am unkompliziertesten bei weed.de (Fragebogen mit 9,95 € Arzthonorar), bei DoktorABC (Prüfung und Rezept für 14,90 €) oder bei Telecan (Beratungstermin ab 39 €). Alle drei führen zum selben Ziel, aber über unterschiedliche Wege.

Die Liste vergleicht sechs Anbieter nach ihrem Beratungsablauf: Wie wird angefragt, wer prüft die Angaben, was kostet das Honorar, und wie kommt das Rezept zur Apotheke? Grundlage sind die Angaben, die die Anbieter selbst veröffentlichen. Ob am Ende ein Rezept entsteht, entscheidet in jedem Fall der Arzt.

Auf einen Blick

  • weed.de: für den Einstieg per Fragebogen oder Videosprechstunde mit klar benannten Honoraren
  • DoktorABC: für Fragebogen und Apothekenvermittlung in einem Konto
  • Telecan: für ein Arztgespräch am Bildschirm oder vor Ort
  • MedCanOneStop: für die freie Arztwahl und die Kostenplanung vorab

Anbieter

Beratungsform

Honorar

Besonderheit

weed.de

Fragebogen oder Video

9,95 € oder 29,90 €

Vergleich und Lexikon

DoktorABC

Fragebogen

14,90 €

Mehr als 40 Kategorien

DrAnsay

Fragebogen, optional Video

Nicht angegeben

Mehrere Fachbereiche

Telecan

Video oder Praxis

39 € oder 70 €

Wechseltermin

MedCanOneStop

Wunscharzt oder Video

Eigenanteil ab 8,16 €

Kostenrechner

CanDoc

Fragebogen oder Video

10 € Erstrezept

Live-Bestand

Kosten im Überblick

Zwei Posten bestimmen die Gesamtkosten: das ärztliche Honorar und das Medikament. Das Honorar zahlen Sie an die Plattform oder den Arzt, die Abrechnung erfolgt nach der ärztlichen Gebührenordnung GOÄ. Das Medikament bezahlen Sie in der Apotheke, dazu kommen eventuell Versandkosten. Vergleichen Sie deshalb immer die Gesamtsumme aus Honorar, Medikament und Versand, nicht nur den ersten Betrag.

Bei weed.de nennt die Seite für Medikamente grob 2,50 bis 20 € pro Gramm, Blüten im Preisvergleich sind ab 3,30 € pro Gramm gelistet. Das Honorar hängt vom Weg ab: 9,95 € für den Fragebogen, 29,90 € für die Videosprechstunde. Andere Anbieter rechnen anders ab, einige bieten Aktionen, bei denen die Gebühr entfällt.

Wichtig für Versicherte: Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet getrocknete Blüten nicht mehr, ein Privatrezept bedeutet daher Selbstzahlung. Ob private Versicherer zahlen, richtet sich nach dem Vertrag, dafür helfen Rechnungen, die einige Plattformen auf Wunsch ausstellen.

1. weed.de: Für den Einstieg per Fragebogen oder Videosprechstunde

Der Fragebogen bei weed.de kostet 9,95 € Arzthonorar und dauert nach Angabe der Plattform etwa fünf Minuten. Ein Fragebogen ist eine strukturierte Abfrage Ihrer Beschwerden und Vorgeschichte, die ein Arzt später prüft. Wer lieber spricht, bucht eine Videosprechstunde für 29,90 €. In beiden Fällen kommen die Kosten für das Medikament hinzu.

Nach der Prüfung schickt weed.de das E-Rezept per Mail. Ein E-Rezept ist ein digitales Rezept, das die Apotheke elektronisch einlöst. Die Rückmeldung eines Arztes erfolgt laut Anbieter meist in weniger als 24 Stunden, Anfragen sind jederzeit möglich. Die Zahlung läuft über Adyen, möglich sind Karten, Apple Pay, Google Pay sowie Überweisung.

Danach wählen Sie Ihre Apotheke. Preis- und Bestandsvergleich über 251 Apotheken helfen bei der Entscheidung, Abholung und Versand stehen zur Auswahl. Wer einen Termin in der Praxis möchte, nutzt die Arztsuche, das Honorar bestimmt dann die Praxis.

Ein Rezept wird nicht garantiert, und weed.de ist selbst weder Arzt noch Apotheke.

  • Approbierte Ärzte aus Deutschland oder einem anderen EU-Staat
  • Sortenlexikon mit 2.618 Sorten, Wissensbereich, THC-Rechner
  • Hilfe-Center und Kontaktseite

Preise: Fragebogen 9,95 €, Video 29,90 €, das Medikament kommt jeweils hinzu.

2. DoktorABC: Für Fragebogen und Apothekenvermittlung in einem Konto

Bei DoktorABC kostet die ärztliche Prüfung samt Rezept 14,90 €. Sie füllen einen Online-Fragebogen aus, ein zugelassener Arzt sieht ihn durch und stellt, wenn es passt, das Rezept aus. Dahinter steckt eine breite Plattform mit mehr als 40 Kategorien, Cannabis ist nur eine davon.

Der Fragebogen ist der Kern des Ablaufs, eine Videoberatung existiert als eigene Seite. Das Rezept lässt sich in einer der mehr als 700 Partnerapotheken einlösen, deren Bestand in Echtzeit angezeigt wird. Das Angebot umfasst laut Plattform über 1.500 Cannabisprodukte.

Zur Auswahl stehen Standardversand per DHL, Express per Uber-Kurier und Abholung am selben Tag. Die Plattform ist ein Vermittler und keine Internetapotheke. Versicherung ist nicht nötig, Selbstzahler können eine Erstattung selbst beantragen.

Betreiber ist ein Unternehmen mit Sitz in Großbritannien, der Kundenservice ist montags bis freitags besetzt, nämlich bis 18:00 Uhr.

  • Ein-Klick-Wiederholung der Behandlung
  • Zahlung per Klarna, Karte, Google Pay, Apple Pay, PayPal oder SEPA
  • Medizinischer Beirat

Preise: 14,90 € Honorar inklusive Rezept, Cannabisprodukte laut Therapieseite ab 3 €.

3. DrAnsay: Für mehrere Online-Rezepte in einem Konto

DrAnsay beginnt mit einem Online-Fragebogen, den ein Arzt oder eine Ärztin prüft. Ein Videogespräch gehört optional dazu, ist aber nicht Standard. Für Einsteiger bedeutet das: Sie können es zunächst ohne Termin versuchen.

Neben Cannabis deckt die Plattform weitere Felder ab, etwa Gewichtsmanagement, Frauengesundheit und allgemeine Medizin. Wer dort ohnehin ein Konto hat, spart sich einen weiteren Zugang. Cannabis gilt als Bestseller des Katalogs.

Nach der Prüfung erhalten Sie ein Rezept oder eine Krankschreibung. Das Medikament wird laut Seite in zwei bis vier Tagen geliefert oder in einer Apotheke abgeholt. Zur Höhe des Cannabis-Honorars gibt die Startseite keine Auskunft, eine Preisgarantie wird mit Sternchen erwähnt, deren Bedingungen dort nicht erläutert sind.

Auf der Seite finden sich eine iOS-App, ein Magazin und E-Books. Zertifiziert ist das Unternehmen nach eigener Angabe nach ISO/IEC 27001:2022.

  • Zahlung mit gängigen Kreditkarten oder Klarna
  • Prüfung durch Ärztin oder Arzt

Preise: Cannabis-Honorar auf der Startseite nicht angegeben.

4. Telecan: Für das Gespräch per Video oder in der Praxis

Telecan arbeitet termingesteuert. Zuerst beantworten Sie bei der Registrierung einen medizinischen Fragebogen, danach buchen Sie einen Termin. Der kurze Ersttermin mit Rezept kostet 39 €, der lange 70 €. Das Gespräch führen Sie wahlweise am Bildschirm oder in einer Privatpraxis.

Die Ärzte besitzen nach Anbieterangaben eine deutsche Zulassung und praktizieren nur in Privatpraxen. Verlangt werden ein Ausweis und Befunde, die Ihre Beschwerden dokumentieren, bei Schlafstörungen entfällt das. Wer die Unterlagen nicht zur Hand hat, sollte sie vorab organisieren.

Nach dem ersten Rezept stellt Telecan eine Bescheinigung aus, entweder als Ausweis oder als Kurzattest. Folgerezepte kosten 12,90 €, bestehende Patienten erhalten für den Anbieterwechsel einen günstigeren Wechseltermin. Eingelöst wird das Rezept bei Partnerapotheken mit digitaler Anbindung.

Telefonisch ist der Dienst nur zu festen Zeiten erreichbar, per E-Mail jederzeit.

  • Selbstzahlung, bei privater Versicherung ist eine Erstattung möglich
  • Partnerapotheken wie Hohenzollern Apotheke und Goldene Blüte
  • Medikamentenpreis je nach Produkt und Apotheke

Preise: Kurzer Ersttermin 39 €, langer 70 €, Folgerezept 12,90 €.

5. MedCanOneStop: Für die freie Arztwahl und die Kostenplanung

MedCanOneStop beginnt mit einer kostenlosen Vorprüfung, die klärt, ob eine Anfrage sinnvoll ist. Danach wählen Sie einen kooperierenden Arzt aus, ein sogenanntes „Wunscharzt“-Modell. Für die erste Behandlung zeigt die Seite 14,99 € an, ein Teil davon wird nach Anbieterangaben als Zuschuss übernommen, sodass der Eigenanteil bei 8,16 € beginnt.

Ein Kostenrechner stellt Angebote von über 550 Apotheken gegenüber, je Behandlung wählen Sie höchstens drei Produkte samt Apotheke. So sehen Sie die Gesamtkosten, bevor Sie anfragen. Das Honorar wird nur reserviert und freigegeben, wenn der Arzt ablehnt.

Das Modell „OneStop“ vereint Honorar und Medikament in einer Zahlung bei teilnehmenden Apotheken. Videotermine gibt es ab 32,62 €, dafür stehen deutsche Ärzte bereit. Die Anfrage selbst geht an Ärzte in Deutschland und der EU.

Vor dem Fragebogen müssen Sie sich registrieren. Die Plattform bietet iOS- und Android-Apps sowie eine Bewertungsdatenbank mit Erfahrungsberichten. Bei Trustpilot und Google erreicht die Plattform jeweils 4,9 Punkte.

  • Patientenausweis kostenlos nach dem dritten Rezept
  • Zahlung per Adyen, etwa Apple Pay, Klarna oder SEPA
  • Kontakt über Formular, Telegram und Instagram

Preise: Eigenanteil ab 8,16 €, Video ab 32,62 €, zuzüglich Medikament.

6. CanDoc: Für die Auswahl der Sorten vor der Arztprüfung

CanDoc dreht die Reihenfolge um: Erst wählen Sie im Live-Bestand Produkte aus, dann prüft ein Arzt die Anfrage. Der Bestand umfasst Blüten, Extrakte, Kapseln und Verdampfer, Filter für Sativa, Indica und Hybrid erleichtern die Suche. Bis zu sechs Sorten lassen sich pro Rezept hinterlegen.

Die Gebühren sind gestaffelt: Als Überschrift steht 0 €, in den FAQ finden sich 10 € für das Erstrezept und 5 € für das Folgerezept, zeitweise mit Aktionen für 0 €. Ein Videotermin kostet 35 €. Bei einer Ablehnung erhalten Sie die Gebühren zurück.

Beim Expresskauf mit Grünhorn bezahlen Sie Rezept und Medikament zusammen. Das gilt nur für zwei Partnerapotheken, andere werden separat abgerechnet. Die genannten Preise beziehen sich laut Seite auf die Grünhorn-Plattform.

Zusätzlich gibt es einen digitalen Patientenausweis für 10 €, der im Smartphone-Wallet liegt, sowie Städteseiten. Das Unternehmen zeigt ein LegitScript-Siegel und nennt seine Produkte GMP-zertifiziert.

  • Zahlung per Apple Pay, Klarna, Onlinebanking oder Karte
  • Registrierung zum Start nicht nötig
  • Blüten ab 4,38 € pro Gramm

Preise: 10 € fürs erste Rezept, 5 € fürs Folgerezept, 35 € für Video, 10 € für den Patientenausweis.

Merkmale, die Plattformen unterscheiden

Für Einsteiger lohnt der Blick auf vier Punkte. Der erste ist das Gespräch: Reine Fragebogenanbieter wie weed.de oder CanDoc setzen auf schriftliche Angaben, Telecan verlangt einen Termin. Der zweite ist die Honorarstruktur, denn manche Anbieter nennen Festpreise, andere staffeln nach Erst- und Folgerezept.

Der dritte Punkt ist die Apotheke. Ein Bestandsvergleich zeigt, wo ein Produkt verfügbar ist, sodass Sie Preise vergleichen können, bevor Sie sich festlegen. Der vierte ist der Informationsteil: Wer vorab lesen möchte, findet bei weed.de und DrAnsay Lexika und Magazine.

Beachten Sie außerdem Registrierungspflichten, Zahlungsarten und die Erreichbarkeit des Supports.

Welche Plattform passt zu wem?

  • Wählen Sie weed.de, wenn Sie per Fragebogen oder Video anfragen und vorab Preise und Apotheken vergleichen möchten.
  • Wählen Sie DoktorABC, wenn Sie neben Cannabis weitere Behandlungen in einem Konto bündeln wollen.
  • Wählen Sie Telecan, wenn Ihnen ein richtiges Arztgespräch wichtig ist.
  • Wählen Sie MedCanOneStop, wenn Sie den Arzt selbst bestimmen und die Kosten vorab kalkulieren möchten.
  • Wählen Sie CanDoc, wenn Sie die Sorten vor der Arztprüfung festlegen wollen.